Notruf 112 über das Handy auch ohne das Netz des eigenen Mobilfunkbetreibers....
 

Da sich wieder einmal eine Bergtragödie ereignet hat bei der das Handy im Auto gelassen wurde, wollen wir hier kurz einen doch ganz wichtigen Hinweis bringen. Mitgeteilt hat dies Siegfried Berger aus Mittersill, er ist staatl. gep. Berg- und Schiführer, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe der Gendarmerie.

"....Bei Einsätzen im alpinen Gelände ist uns schon öfters aufgefallen, dass der Umgang mit dem Handy als Maßnahme zur Verständigung der Rettungskräfte nicht im vollen Umfang genützt wird, weil es nicht bekannt ist, dass die Notrufnummer 112 nur dann den Zugang in alle Netze ermöglicht, wenn der Pin-Code nicht eingegeben wird.

Also: bei Handys, die die Eingabe eines PIN erfordern anstelle des PIN die Nr. 112 eingeben und den Ruf absetzten. Sollte man dies nicht beachten, kommt man nur in das Netz des jeweiligen Betreibers (z.B. A1), was zur Folge haben kann, dass der Ruf abgelehnt wird, obwohl ein anderer Netzbetreiber (z.B. ONE) einen tadellosen Empfang ermöglichen würde.

Da dieser Umstand im Notfall von enormer Wichtigkeit sein kann, bitte ich euch um Veröffentlichung dieser Zeilen...."

Da wir aus dem ersten Mail nicht ganz schlau wurden (vielleicht etwas zu fixiert auf die Nummer 140 mit der man die Bergrettung erreicht), haben wir die Sache etwas hinterfragt und bekamen von Siegfried Berger folgende Antwort.

"....Gemeint ist der internationale Notruf 112, der den Zugang in jedes Netz ermöglicht. Das heißt, dass du, obwohl du ein A1 Handy verwendest auch das Netz von ONE, T-Mobile usw nützen kannst. Sollte also dein Netzbetreiber keinen Empfang bieten, so wäre es ja möglich, dass z.B. T-Mobile einen Umsetzer in der Nähe hat und einen tadellosen Empfang ermöglicht. Das funktioniert übrigens auch ohne SIM-Karte im Handy und auch, wenn kein Guthaben mehr auf einem Wertkartenhandy vorhanden ist. Dein Ruf landet dann bei einer Notrufzentrale.

Mit der Nummer 140 hast du diesbezüglich aber keinen Erfolg es muss schon die 112 sein, die du wählst. Ein Dieb, der dein Handy klaut und auf der Notrufnummer Dauergespräche führt schädigt dich allerdings nicht, denn der Notruf ist kostenfrei. Wird bei Handys, welche die Eingabe eines PIN fordern, der Notruf (112) nach dessen Eingabe gewählt, landet man eben wieder nur in dem Netz jenes Betreibers, dessen SIM-Karte man verwendet. Deshalb ist es erforderlich das Handy auszuschalten und anstelle des PIN die 112 einzugeben..."

Handy sollte man immer mitnehmen, auch wenn man keinen Empfang zu haben glaubt. ...

Wir haben es ausprobiert, es funktionierte einwandfrei. Es empfiehlt sich, in der Betriebsanleitung seines Handys nachzuschauen, wie man die Notrufnummer in alle zur Verfügung stehenden Netze absendet - bei den meisten Handymodellen ist das Absenden eines Notrufes bei eingesteckter SIM-Karte möglich (siehe Mail von Siegfried Berger).

Besser die Funktion (mit oder ohne Karte) zu Hause einmal ausprobieren !!!

Eine weitere Möglichkeit bei nicht vorhandenem eigenem Netz ist es z.B. die SIM-Karte einfach zu entfernen und das Handy ohne diese einzuschalten - es ist dann nur der Notruf (also die Nummer 112) möglich.

Akku warm halten !

Um möglichen Akkuausfällen vorzubeugen, trägt man des Handy am Besten am Körper unter der Jacke bei sich (Innentasche Gore Jacke, Brusttasche Fleecejacke etc....). In der Deckeltasche des Rucksackes hält der Akku bei kalten Temperaturen nicht so langen und ist sehr schnell leer !

Noch einmal die wichtigen Nummern:

  • · Bergrettung Österreich 140 - wenn das Netz des eigenen Mobilfunkbetreibers (z.B. A1) vorhanden ist
     
  • · Internationaler Notruf 112 - wenn das eigene Netz fehlt, wird diese Nummer gewählt um Hilfe anzufordern
  • Beim Informieren der Einsatzkräfte ist wichtig (6 x W):

    1. Was ist passiert?
    2. Wo ist es passiert?
    3. Wieviele Verletzte gibt es ?
    4. Wer meldet den Unfall ?
    5. Wann ist es passiert ?
    5. Wetter am Unfallort ?

    und das Gespräch mit den Einsatzkräften erst beenden, wenn man dazu auf gefordert wird!

Quelle: www.bergsteigen.at